Das Buch - Lädchen
 

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Das Buch-Lädchen

 Leseprobe Krimi 1

Fall1: Ein mörderisches Schauspiel in 3 Akten, Kommissar Jacke räumt auf 

Fall 2: Die Kreuzfahrt in den Tod,  Kommissar Jacke kommt in Fahrt

 

 ©Alle Rechte vorbehalten Sabine Heilmann 2017/19

 

Die folgenden Geschichten sind frei erfunden. Zufällige Übereinstimmungen mit den Namen von realen Personen sind nicht beabsichtigt.

1. Fall

Inhalt des ersten Falles:
1. Tag Eins 5
2. Tag Zwei 39
3. Tag Drei 74

1. Tag Eins
Ouvertüre

Hauptkommissar Manfred Jacke lehnte am Fenster und schaute mit verlorenem Blick in den trüben November Morgen hinaus. Deprimierendes Wetter. Er seufzte und dachte kurz, wie so oft in letzter Zeit, über die schon lange ausstehenden Sanierungsmaßnahmen in seinem Büro nach. Es zog wie Hechtsuppe durch die Fenster. Kein Wunder, dass er dauernd erkältet war. Er verlagerte sich leicht nach hinten, um der kältesten Stelle auszuweichen.
„Jacke wie Hose“, murmelte er in den Nebel hinaus und steckte die Hände zurück in die wärmenden Hosentaschen. Sofort beruhigte ihn das. Es war wie eine Beschwörung geworden, sich das immer mal wieder aufzusagen. Diese drei Worte besaßen die Macht, ihn in die richtige Ordnung zu bringen wie ein Mantra. Während einer Weiterbildung hatte er einen kurzen Abstecher in die so fremde Welt der Meditation gemacht. Ob die Formel das Ergebnis gewesen war? Es war ihm egal. Früher als junger Polizist hatte er wegen seines Namens einige Witzeleien aushalten müssen. Später hatte er den Spieß erst einmal umgedreht und sich mit den schrägen Namen anderer Leute beschäftigt. Da fiel ihm plötzlich wieder ein, wann diese Formel entstanden war: nach der Trennung von seiner Frau vor zwei Jahren.

Es war im November gewesen – natürlich! Jacke stieß hörbar seinen Atem aus, als ihn die Erinnerung überschwemmte. Kein Wunder, dass er schlechte Laune hatte! Damals wie heute war es ein ungutes Thema zu dieser Jahreszeit. Die Trennung seiner Frau war aus heiterem Himmel gekommen. Nach wie vor verstand er sie nicht so richtig. Monatelang hatte er sich kaum mit alltäglichen Dingen beschäftigen, geschweige denn normal arbeiten können. Das hatte sein Chef irgendwann zum Anlass genommen, ihm einen jungen Mann, frisch ausgebildet, an die Seite zu stellen. Aber Jacke war so verletzt durch die Flure des Kommissariats geschlichen, da kam es auf solche Nebensächlichkeiten sowieso nicht an. Dann war er doch froh gewesen, denn er konnte vieles delegieren an diesen vor Energie strotzenden Jungen. Sie wuchsen mit der Zeit dadurch zu einem guten Team zusammen und ergänzten sich. Jacke wiederholte die Formel noch einmal, bevor er sich seinem Schreibtisch zuwendete. Sollten sich diese drei Worte als Ergebnis seiner abgrundtiefen Trauer generiert haben, so war ihm das recht. Er fühlte sich durch sie geborgen. Seine Arbeit war ihm schließlich wichtig. Er arbeitete für eine Ordnung im höheren Zusammenhang: die Gesellschaft.

Polizist zu werden war immer schon sein größter Wunsch gewesen. Entgegen seiner Mutter („Polizist? Oh Gott nein, Junge!“), hatte sein Vater dies mit ihm schon früh spielerisch erkannt und war erstaunt gewesen über seine Fähigkeiten, komplizierteste Zusammenhänge sehr schnell begreifen zu können. Entsprechend hoch war heute seine Aufklärungsrate in oft scheinbar nicht zu lösenden Mordfällen. Für ihn gab es kein perfektes Verbrechen. Es gab nur versteckte Hinweise, die es akribisch aufzudecken galt. Sein Chef wusste das natürlich, deswegen war damals in der schwierigen Phase nach seiner Scheidung auch keiner auf die Idee gekommen, ihn vorschnell abzumahnen. Man stützte ihn und hoffte, er würde sich schnell wieder erholen. So war es dann auch geschehen und heute ging es Jacke trotz zugiger Fenster und anderen störenden Kleinigkeiten eigentlich sehr gut. Von Frauen hielt er sich im Privatleben allerdings fern, im Berufsleben brachte die gegebene Distanz keinerlei Probleme auf. Wenn er etwas Privates besprechen wollte, was selten genug vorkam, hatte er seinen Stammtisch voller alter Freunde, die ihn schon vor seiner Frau gekannt hatten.
Das schrille Läuten des Telefons zerriss seine Gedanken. Jacke fing sich sofort und eilte - beflissen wie immer - zum Hörer. „Jacke, bin bereit.“ Seine laute, klare Stimme hallte bis zu den Kollegen im Nebenbüro. Eine Weile lauschte er, den Kopf immer tiefer senkend, wie um alles besser in sich aufnehmen zu können. Zwischen den Augenbrauen zeigte sich eine steile Falte und
er wurde blass. Er fragte noch einmal nach der Adresse des Opfers. Hatte er sich verhört oder war das seine ehemals eigene Hausnummer. Sein Atem stockte kurz, als sich bestätigte, dass er richtig gehört hatte. Das gleiche Haus, immerhin zehn Parteien, das musste ja nichts heißen. Jacke ärgerte sich über seine fast panische Reaktion und riss sich zusammen. Sofort war er wieder der Beamte, der klare und unzweideutige Anweisungen zu vergeben hatte und den viele Kollegen dadurch für den eigentlichen Chef der Abteilung hielten. „Ja gut, sind unterwegs“, teilte er kurz mit und legte den Hörer bedächtig ab, die Stirn immer noch in tiefe Falten gelegt. Dann straffte er sich widerstrebend und versuchte, die aufkommenden, störenden Gefühle zu unterbinden. ...

 

Inhalt des zweiten Falles: 1. Auf Dienstreise  2. Ein Vorbote  3. Auf dem Schiff  4. Eine Überraschung  5. Der Tatort  6. Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden  7. Endlich eine Spur  8. Des Rätsels Lösung?  9. Der Kampf  10. Doch noch Urlaub

 

 1. Auf Dienstreise Hauptkommissar Manfred Jacke war einerseits erheblich überrascht, andererseits irritiert. Gerade eben, am 9. Oktober um 8:05 Uhr war er zur Besprechung beim Chef des Morddezernates gewesen und hatte eine schnelle Einweisung in seinen neuen Fall bekommen. Dieser würde für ihn eine völlig neue Erfahrung bedeuten: ein Außeneinsatz der besonderen Art. Er fragte sich nur, warum er allein auf das Schiff sollte. Eigentlich arbeitete er immer im Team.
Nachdem man ihm vor drei Jahren einen jungen Kollegen zugeteilt hatte, konnte er sich mittlerweile kaum mehr vorstellen, ohne ihn zu ermitteln. Er hatte sich mit Jürgen Feldkamp angefreundet und trotz des Altersunterschiedes harmonierten sie hervorragend. Das wurde schon langsam überall in Polizeikreisen bekannt. Sie beide befanden sich auf dem besten Wege, legendär zu werden, denn sie wiesen tatsächlich inzwischen die weit und breit höchste Aufklärungsquote nach. Jacke hegte den Verdacht, dass ihn sein Chef vielleicht deswegen zu separieren versuchte.
Aber eigentlich machte dieses Misstrauen auch keinen rechten Sinn - also egal. Es hatte ohne Zweifel auch Vorteile, einmal wieder allein zu ermitteln. Privat tat er es seit mittlerweile drei Jahren sowieso, nachdem ihn seine Frau verlassen hatte. Er war also daran gewöhnt, seine Entscheidungen zum größten Teil selbst zu treffen.
Das Kreuzfahrtschiff, um welches es sich handelte, befuhr eine festgelegte Route im Mittelmeer. Diese Distanz stellte sich für den Kommissar gerade noch als tragbar heraus. Denn Jacke hatte schlechte Erfahrungen darin gesammelt, sein angestammtes, sicheres Revier zu verlassen. Das hatte er während einer Flugreise vor einigen Jahren mit seiner Ex-Frau feststellen dürfen. Damals war er nicht nur unglücklich wegen des Fluges gewesen, sondern hatte während des gesamten Urlaubs kaum schlafen können. Komplette zwei Wochen lang fühlte er sich wie entwurzelt. Seinen Urlaub genoss er dadurch leider kaum. Vielleicht entwickelte es sich diesmal jedoch anders, deshalb entschied er sich, so offen wie möglich an die berufliche Reise heranzugehen. Die inneren Widerstände schob er rigoros beiseite, da er nicht zu viel darüber nachdenken wollte. Heute war er ein anderer: auf jeden Fall erfahrener und stärker, als damals zu Beginn seiner Ehe mit Karin. ...

Hauptkommissar Jacke ging im Geiste noch einmal die wenigen Informationen durch, die gestern Nacht eingetroffen waren: Frau Miriam Grüner, 42 Jahre alt, ledig, wohnhaft in einem Vorort der Stadt, war am 6. Oktober in Marseille eingeschifft worden. Zusammen mit ihrer Freundin Frau Petra Janner, 45 Jahre alt, ebenfalls ledig, wohnhaft in Münster, wollte sie die Mittelmeer-Tour über sieben Tage und fünf Häfen absolvieren. Es sollte von Marseille aus nach Barcelona, Valencia, Tunis, Civitavecchia, Genua und wieder nach Marseille gehen ...

Diese Leseprobe bezieht sich auf eine vorhergehende Ausgabe und kann eventuell einige aktuell veränderte Textstellen beinhalten oder auch Rechtschreibfehler. Die Aussage des Inhalts entspricht aber der neusten Buchausgabe!

 

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