Das Buch - Lädchen
 

F iktions-Texterei Fi

Das Buch-Lädchen

 Leseprobe

Grüß mir Hugo!

Gespräche mit Dir

oder

die lebendige Evolution in deiner Hand

eine philosophische Fiktion

 ©2017 - alle Rechte der Leseprobe vorbehalten Sabine Heilmann

Inhalt:

1. Das Wir

2. Das Du

3. Das Ich

4. Das Wir

5. Das Ich

6. Das Du, das Wir, das Ich

• Anhang 

Vorbemerkung: In der Kürze liegt bekanntlich manchmal die Würze und die Prägnanz, deshalb ist dies Buch nicht umfang-reicher ausgefallen. Mir ist in der Hauptsache wichtig, viel Raum für weitere Reflexion zu öffnen.    

1. Das Wir

Ich schließe die Haustür hinter mir, schabe mit den Füßen kurz über den, im Eingangsbereich liegenden Läufer - mehr aus alter Gewohnheit, denn ich kann gar keinen Schmutz mit hereinge-tragen haben. Es ist seit einigen Tagen wieder trocken und auch nicht unbedingt staubig. Zwischen Läufer und Treppe schüttele ich deshalb einmal mehr den Kopf über dieses unnötige Unterfangen - meiner stattlichen Garde der erworbenen Reflexe zugehörig. Diese hausen derart ehern und felsig starr in meinem verkörperten Gemüt nebst Denken, dass ich mich gezwungen fühle, sie bewusst immer mal wieder hinauszukatapultieren - vorausgesetzt, ich entlarve den neuerlich unnützen Versuch, mich auf plumpe Weise reinzuwaschen - mal abgesehen von der Umgebung, einem beliebigen Hausflur. Sogleich frage ich mich also, was mir jetzt quer im Magen liegt und gemeinsame Sache mit der Laus macht, die mir anscheinend über die Leber gelaufen ist. Ich sehe mich leider genötigt, mich selbst zu hinterfragen, da Hugo gerade nicht zur Stelle ist - wie so oft, wenn ich ihn brauche. Ich bin ihm jedoch gar nicht böse deswegen. Er ist ja eigentlich immer da, wenn ich ihn nicht brauche.                                                                                           
 
Das reicht mir in den allermeisten Fällen und ist hoffentlich keines der ehernen Gesetze des Lebens.
Langsam steige ich die Stufen aufwärts, meinem Ziel entgegen, diesmal mit Blick nach unten. Ich tue so, als wäre jede einzelne von ihnen die mühsame Arbeit wert - ausnehmend  wichtig, angeblickt und in besonderer Weise wahrgenommen zu werden, ja sogar erkannt. Kurz belächele ich die Weisheit meines Unterbewusstseins, welches mir die Übung spontan und ohne nachzudenken, aufgedrückt hat. Ich seufze, da mir nach fünf Stufen der restliche Weg bereits der Plackerei endlos und unüberwindbar erscheint. Da entdecke ich die Unterschiede! ‚Hoppla, die Stufen sind ja total verschieden‘, juchzt es in mir. Ich lache laut auf und halte mir sofort darauf schuldbewusst den Mund zu - schon wieder so ein bedingter Reflex¹ (Anhang), der mir weismacht, mein Lachen sei nicht in Ordnung! Mit Absicht lache ich nochmals, allerdings nun nicht ganz so laut, denn ich muss nicht unbedingt meine Nachbarn zusammentrommeln. Ich nehme mir vor, in der Folge die verschiedenen Qualitäten meines Lachens genauer wahrzunehmen. Tatsächlich habe ich bisher nie darauf geachtet. Ein Schauspieler zum Beispiel muss das schließlich ebenso tun. Er will sogar mit seinem Lachen einen Effekt erzielen, vielleicht sogar die Konditionierung¹ im Sinne eines Wiedererkennungswertes.

‚Nochmals hoppla!‘ Habe ich es etwa verstanden? Was hat dieses Beispiel denn dann für eine Konsequenz? Ich denke sogleich an mein Konsumverhalten im Rahmen der gewöhnlichen Sozialisation¹.            

2. Das Du

Unbedingt sollte ich mich mit Hugo darüber unterhalten - bin wirklich gespannt, was er an Verirrungen in seinem Lebenslauf schon aufgedröselt hat. Auweia, dies bedeutet ja schon wieder erhebliche Reflektionsarbeit - eine innere Reinigung, welche ich aber seit langem gewöhnt bin, auch liebe und schätze, da sie befreit. Wie eine Schaukel schwingt diese Arbeit erst zu mir her, dann aus mir hinaus in die Welt - wie durch ein Wunder plötzlich fruchtbar verändert und gewachsen. Dieses Produkt ist nicht zu vermeiden und auch nicht zu unterschätzen, ist es doch seelisch und geistig recycelt. Dies ist allen bekannt und vor allem Hugo schätzt es im Besonderen, denn es macht ihm häufiger Freude, als mir lieb ist - trennt es ihn doch von mir, fordert eine Form von Zurückgezogenheit, die mich wiederum zurücklässt und ein wenig verloren dreinblicken.
Da ich aber wie durch ein Wunder erwachsen geworden bin, habe ich mittels Erziehung und Erfahrung gelernt, dass Trennung durchaus ergiebige Spuren mit sich führt. So wie z. B. ein Haustier weiß, dass Herrchen oder Frauchen wiederkommt, wenn es ruhig sitzenbleibt und auf ihn/sie wartet, weiß ich als erfahrungserprobter Mensch, dass Trennungen ein unverzichtbarer Bestandteil einer befriedigenden, sozialen Interaktion bedeuten.                
Wie soll ich Hugo denn Auge in Auge gegenübertreten, sollte sein Fuß erneut den Weg zu mir einschlagen? Ist er doch gleichsam in der Lage, stets aufs Neue sein geistvolles Derivat mitzubringen, sozusagen geläutert nach der letzten Unterhaltung. So brauche auch ich den Zwischenraum, um das künftige Produkt - die Erkenntnis - sorgsam hin und her zu wälzen, abzuschleifen, auszuformen und ansprechend zu gestalten. Es ist wie eine Art höherer Verdauungsprozess,...

3. Das Ich

Heute gehe ich so langsam die Treppe hinauf, dass ich recht gut aufpassen muss, nicht das Übergewicht nach rückwärts zu erleiden - weit zurück in die Vergangenheit. Nein, das will ich ganz bestimmt nicht! Möchte ich doch lieber vorwärtsgehen, möchte es allemal das lebendig agierende Wissen in mir. Dennoch gehe ich mithilfe der Vergangenheit meinem neu angestrebten Ziel entgegen. Jeden neuen Tritt, der meine Aufmerksamkeit nun erlangt, da er in meinem Gesichtsfeld liegt, auf dem Bewusstsein fußt und auf dem gerade vergangenen Tritt hinten unter mir, begrüße ich als frischen Freund...

Diese Leseprobe bezieht sich auf eine vorhergehende Ausgabe und kann eventuell einige aktuell veränderte Textstellen beinhalten oder auch Rechtschreibfehler. Die Aussage des Inhalts entspricht aber der neusten Buchausgabe!

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